Zwei Pickleball-Schläger und gelbe Lochbälle auf dem Court, dahinter Netz, Handtuch und Trinkflasche
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Tennis und Pickleball im Sportunterricht: Lehrerfortbildung in Würzburg

Beim BTV-Lehrgang in Würzburg erlebten 30 Lehrkräfte, wie Pickleball dank Badminton-Linierung sofort im Sportunterricht funktioniert, mit wenig Material.

Florian Döhnert-Breyer
Beitrag von
Aktualisiert am
20.10.2026
Veröffentlicht am
20.10.2026

Inhaltsverzeichnis5
  1. 1Das Wichtigste in Kürze
  2. 2Praxisnahe Fortbildung mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen
  3. 3Warum ausgerechnet Pickleball sich für die Turnhalle eignet
  4. 4Was die Fortbildung für Vereine, Schulen und künftige Trainer bedeutet
  5. 5FAQ: Häufig gestellte Fragen

Am 19.10.2026 trafen sich 30 Lehrkräfte beim TC Weiß Blau Würzburg zu einer Fortbildung des Bayerischen Tennis-Verbands (BTV): Thema war, wie sich Tennis und Pickleball mit wenig Aufwand direkt im Sportunterricht umsetzen lassen.

Praxisnahe Fortbildung mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen

Die Teilnehmenden kamen mit ganz unterschiedlichem Vorwissen in die Halle. Manche spielen seit Jahren selbst Tennis, andere hielten zum ersten Mal überhaupt einen Schläger in der Hand.

Genau darauf war der Lehrgang ausgelegt. Er sollte zeigen, wie sich Tennis und Pickleball dauerhaft im Sportunterricht verankern lassen, auch mit großen Gruppen und wenig Material.

Ein zweites Ziel war es, Ideen für Zusatzangebote im Ganztag zu liefern. Grundlage dafür war unter anderem das DTB-Kindertennis-Konzept.

Besonders war die Methodik selbst: Die Lehrkräfte schlüpften während der Fortbildung in die Rolle ihrer eigenen Schülerinnen und Schüler. So erlebten sie unmittelbar, wo die Organisation in einer vollen Halle hakt und was Kinder an den beiden Sportarten wirklich motiviert.

Warum ausgerechnet Pickleball sich für die Turnhalle eignet

Der Lehrgang nennt einen konkreten Grund, warum sich Pickleball so leicht in den Schulsport einfügt: Die Badminton-Linierung, die in praktisch jeder Turnhalle schon vorhanden ist, lässt sich fast unverändert für Pickleball nutzen.

Statt ein komplettes Spielfeld neu zu markieren, reicht eine zusätzliche Linie für die Kitchen-Zone, den netznahen Bereich ohne Volleyschläge. Das senkt den organisatorischen Aufwand drastisch, gerade wenn eine Lehrkraft mit 30 Kindern allein in der Halle steht.

Inhaltlich ging es im Lehrgang um einfache Spielformen und kindgerechte Methodik. Dazu kamen die Organisation großer Gruppen in kleinen Hallen sowie der Einsatz passender Materialien für Kinder. Die Lehrkräfte nahmen fertige Stundenbilder und Organisationshilfen mit, die sich direkt in den eigenen Unterricht übertragen lassen.

Grundlage war auch hier das DTB-Kindertennis-Konzept, ergänzt um Sicherheitshinweise und die Einbindung in den Lehrplan Sport. Wer selbst einsteigen will und wissen möchte, welche Ausrüstung sich für den Anfang eignet, findet Hintergrund dazu in unserem Beitrag Pickleball für Anfänger.

Was die Fortbildung für Vereine, Schulen und künftige Trainer bedeutet

Der BTV sieht im Schulsport ein Scharnier zu den eigenen Vereinen. Tennisschulen und Clubs können das Format für Schnupperstunden und Anfängerkurse nutzen, die direkt an das anknüpfen, was Kinder schon aus der Halle kennen.

Im offenen oder gebundenen Ganztag ergeben sich feste Einheiten, die Vereine per eigenem Vertrag mit der Schule anbieten können. Für hauptberufliche Trainerinnen und Trainer sind das zusätzliche Einsatzzeiten am Vormittag und frühen Nachmittag, die sonst oft schwach ausgelastet sind.

Eine zweite Perspektive betrifft den Nachwuchs an Trainern selbst: Tennisbegeisterte Jugendliche lassen sich zu Sport-nach-1-Mentorinnen und -Mentoren ausbilden und unterstützen danach als Hilfstrainer im Schul- und Vereinssport. Von dort führt der Weg über den Junior-Clubreferenten-Lehrgang bis zur C-Trainer-Ausbildung ab 17 Jahren.

Für den Verband liegt der Nutzen in einer breiteren Basis an Spielerinnen, Spielern und Engagierten. Mit den Lehrerfortbildungen will der BTV Schule und Verein deshalb enger zusammenbringen, auch als Türöffner für Formate wie den deutschlandweit ersten DTB Pickleball Basistrainer-Lehrgang.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Die Würzburger Veranstaltung war ein BTV-Lehrgang und damit an bayerische Lehrkräfte gerichtet, die Teilnehmerzahl war auf 30 Plätze begrenzt. Ob und wann vergleichbare Formate auch außerhalb Bayerns angeboten werden, ist offen, ähnliche Lehrgänge finden sich aber bereits in anderen Landesverbänden.

Nötig sind im Kern Paddles, Lochbälle und ein tragbares Netz, das sich auf der vorhandenen Badminton-Linierung aufbauen lässt. Einsteigerfreundliche Sets mit mehreren Schlägern, Bällen und Tasche sind auch für Schulklassen ausgelegt, etwa das Panddte Pickleball Schläger Set oder das Head Pickleball Schläger Set.

Die Würzburger Fortbildung nennt dazu keine feste Altersgrenze, sie richtete sich an Lehrkräfte von der Grundschule bis zum Gymnasium. In der Praxis gilt Pickleball schon für Grundschulkinder als geeignet, sobald die Hand-Auge-Koordination so weit entwickelt ist, dass einfache Schlagtechniken gelingen.

Der offizielle Lehrgangstitel lautet „Tennis, Pickleball & Padel, Rückschlagsport für die Schule" und nennt Padel als perspektivisches drittes Element. Im Zentrum der Würzburger Veranstaltung standen aber Tennis und Pickleball, Padel-Inhalte wurden nicht vertieft behandelt. Wer die drei Sportarten im Detail vergleichen will, findet das in unserem Beitrag Pickleball vs. Padel, Tennis & Badminton im Vergleich.