Zwei Pickleball-Schläger in Schwarz und Weiß mit zwei gelben Lochbällen am Netz
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The Picklr meldet Chapter-11-Insolvenz an, sichert sich 4,8 Millionen Dollar

The Picklr geht mit Chapter 11 in die Reorganisation: Mietbürgschaften für rund 40 Standorte wurden zur Last, Investoren stützen mit 4,8 Millionen Dollar.

Florian Döhnert-Breyer
Beitrag von
Aktualisiert am
12.10.2026
Veröffentlicht am
12.10.2026

Inhaltsverzeichnis5
  1. 1Das Wichtigste in Kürze
  2. 2Was The Picklr beantragt hat
  3. 3Der eigentliche Grund
  4. 4Was die Neuverhandlung bringen soll
  5. 5FAQ: Häufig gestellte Fragen

Der US-Franchisegeber The Picklr hat spät am Freitagabend Chapter-11-Insolvenz angemeldet. Eine Investorengruppe stellt 4,8 Millionen Dollar (rund 4,28 Millionen Euro) für die Reorganisation bereit.

Was The Picklr beantragt hat

Chapter 11 ist in den USA das Verfahren für eine Reorganisation unter Gläubigerschutz, kein Schlussstrich unter das Geschäft. The Picklr will laufend weiterarbeiten und seine Vertragslage neu ordnen.

Eine Investorengruppe um Tom Neale, selbst Investor und Franchisenehmer bei The Picklr, hat die Finanzierung für diesen Weg zugesagt. Neale wurde erst kürzlich als Picklr-Franchisenehmer des Jahres ausgezeichnet.

Der eigentliche Grund

CEO und Gründer Jorge Barragan hat den Auslöser benannt: Die Holding hatte sich bei rund 40 frühen Franchise-Standorten als Mietbürge verpflichtet.

Diese Garantien wurden zur Last, die das Mutterunternehmen laut Barragan finanziell nicht mehr tragen konnte. „Wir haben, leider, zu viele Unternehmensgarantien unterschrieben, die bei der Holding gelandet sind. Und das liegt an uns. Ich übernehme die Verantwortung", sagte Barragan.

Was die Neuverhandlung bringen soll

Barragan sieht im Insolvenzverfahren die Chance, mit den Vermietern direkt zu verhandeln und die betroffenen Standorte wieder profitabel aufzustellen. Das Ziel ist die Umschichtung der Mietverträge, nicht die Aufgabe des Geschäfts.

Der Kontrast zur aktuellen Lage ist deutlich: The Picklr wuchs seit der Gründung 2021 rasant, auf über 70 US-Standorte plus internationale Dependancen innerhalb weniger Jahre. Genau dieses Tempo, verbunden mit den frühen Bürgschaften für Franchisenehmer, hat die Holding jetzt eingeholt.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Chapter 11 betrifft zunächst die Konzernebene und die Vertragsverhandlungen mit Vermietern, nicht automatisch den täglichen Spielbetrieb einzelner Clubs. Mitgliedschaften, Kursbuchungen und Reservierungen vor Ort laufen in aller Regel unverändert weiter, solange der jeweilige Standort geöffnet bleibt.

Öffentlich dokumentiert ist bislang nicht, wie viele der rund 40 Standorte mit Mietbürgschaft tatsächlich in Zahlungsverzug sind oder von einer Schließung bedroht wären. Das Verfahren zielt laut Barragan ausdrücklich darauf, Standorte über neue Mietkonditionen profitabel zu halten, statt sie aufzugeben.

Chapter 11 ist ein Reorganisationsverfahren nach US-Recht: Das Unternehmen bleibt im Betrieb und verhandelt unter einem automatischen Vollstreckungsschutz (automatic stay) neue Bedingungen mit Gläubigern und Vermietern. Das unterscheidet sich von Chapter 7, bei dem ein Unternehmen abgewickelt und sein Vermögen verwertet wird.

Zum Status geplanter Neueröffnungen während des laufenden Verfahrens liegen keine öffentlichen Angaben vor. Da sich die Insolvenz laut Barragan auf die bestehenden Mietbürgschaften der rund 40 betroffenen Standorte konzentriert, bleibt offen, ob und wie stark neue Projekte davon betroffen sind.